Durch den Schwarzmeer-Donaukanal

Donnerstag, 4.6.: 45sm von Constanta nach Cernavoda / Rumänien

 

Als wir Port Tomis verlassen, kommt extra ein Grenzpolizist zur Ausfahrt und weist uns auf Military exercises in nördlicher Richtung hin. Wir hatten per Funk vorher schon Warnhinweise an eine andere Yacht gehört. Da wir nach Süden zum Kanal wollen, wünscht er uns gute Fahrt und alles „no problem“.

Ein Koppelverband verlässt gerade die Schleuse. Aber als wir uns nähern, schaltet diese auf doppelrot. Die Funkverbindung ist schlecht und ich verstehe nur: „have you money, cash?“.

Ich bejahe und er verlangt 690,-Lei von uns. Als Vergleich: für ca. 80,-Lei waren wir beide gut Essen in Constanta in der Marina. Sicher kein billiges Restaurant. So viel Lei haben wir wirklich nicht in bar. Nach einigem hin- und her legen wir an und ich beschließe den Urheber der kaum verständlichen Funksprüche persönlich aufzusuchen. Doch wir bekommen sofort Besuch von einem Uniformierten und Zivilisten. Der Schleusenbedienstete will statt der nicht vorhandenen Lei jetzt 160,-€ haben. Wir bekommen sogar eine Quittung. Aber eine Preisliste kann oder will er mir nicht zeigen. Der Uniformierte nimmt wieder alle Daten auf: zum dritten Mal seit wir in Rumänien sind.

Endlich wird es grün und wir können einfahren. Damit verlassen wir mit der VITA NOVA nach fast 8 Jahren Salzwasser und werden wieder Binnenschiffer.

Die relativ langweilige Kanalfahrt wird von einem Funkanruf auf halber Strecke nach dem Motto: seid ihr noch da? unterbrochen. Direkt neben dem Kanal verläuft die Bahnstrecke und die Lockführer sind wohl auch froh über die Abwechslung: sie hupen und winken uns freundlich zu.

Am anderen Ende des 65 km langen Cernawoda oder Donau-Schwarzmeer Kanals müssen wir warten und die Schleusenprozedur dauert alles in allem fast 2 Stunden.

Erinnert uns schmerzhaft an die heimische Mosel vor 2007.

Da wir keine Anlegemöglichkeiten sehen und es schon dämmert, machen wir im Hafen von Cernavoda an einem rumänischen Frachter fest. Der Skipper ist freundlich und bietet uns sogar von sich aus Stromversorgung an. Er fährt Getreide von Bulgarien nach Constanta ans Meer. Eine Bezahlung auch in Bierdosen lehnt er am nächsten Morgen rigoros ab.